KÜNSTLER 2007
Bitte melden Sie sich für den NEWSLETTER an, um laufende Informationen zu erhalten.Valéry Gergiev | Die Wiener Philharmoniker | Kathrin Czerny
Der Dirigent Valéry Gergiev wurde am 2. Mai 1953 in Moskau geboren und verbrachte seine Jugend in Vladikavkaz im Kaukasus. Er begann als Kind mit dem Klavierspiel, ging zunächst auf die örtliche Musikschule - die heute Valéry Gergiev Music Academy heißt - und hatte das Glück, begabt genug zu sein, um in die Fördermaschinerie der UdSSR aufgenommen zu wenden. Er begann seine Ausbildung in Ordschonikidse als Pianist, wechselte bald zur Orchesterleitung und ging an das Konservatorium nach Leningrad zu Ilja Mussin. Im Jahr 1975 gewann er den Dirigenten-Wettbewerb der Sowjet-Republiken, durfte daraufhin im folgenden Jahr am Karajan-Wettbewerb in Berlin teilnehmen, den er ebenfalls erfolgreich absolvierte. Von da an ging es zügig mit seiner künstlerischen Laufbahn voran. Mit 24 Jahren wurde Gergiev 1977 zum Assistenz-Dirigenten von Yuri Temirkanov an der Kirov Oper ernannt, wo er 1978 mit Prokofieffs "Krieg und Frieden" 1978 sein Bühnen-Debüt gab. Als nächste Etappe übernahm er von 1981 bis 1985 die Leitung des Armenischen Staatsorchesters. 1988 wurde Gergiev dann zum Chefdirigenten und künstlerischen Leiter seines früheren Arbeitsplatzes berufen, der im Herzen von St. Petersburg gelegenen Kirov Oper. Im gleichen Jahr dirigierte er zum ersten Mal in London das London Symphony Orchestra.Mit dem Tauwetter der Perestroika wurde es auch für Gergiev einfacher, sich über die Grenzen des zerfallenden Sowjet-Reiches hinaus einen Namen zu machen. Den ersten internationalen Erfolg konnte er 1989 mit seinem gefeierten Auftritt am Schleswig-Holstein-Musikfestival vorweisen. Im selben Jahr wurde ihm die Funktion des ersten Gastdirigenten des Rotterdamer Philharmonischen Orchesters übertragen, 1995 wurde er dessen Chefdirigent. 1991 konnte man ihn zum ersten Mal in Westeuropa mit einer Oper erleben: an der Bayerischen Staatsoper mit "Boris Godunov". Nur wenig später dirigierte er erstmals auch in den USA eine Oper, in San Francisco das ihm wohl bekannte "Krieg und Frieden". Im Jahr 1992 bekam Leningrad seinen alten Namen St. Petersburg zurück und im Zuge dieser Rehistorisierungen wurde auch die Kirov Oper wieder in Mariinsky Theater umbenannt. Gergiev blieb während dieser Jahre außerordentlich aktiv und versuchte trotz überall bröckelnder Fassaden die Fahne der Kultur in St. Petersburg hochzuhalten. 1992 hob er auch die St. Petersburger "Weißen Nächte" aus der Taufe. Von an fungierte er als Generaldirektor des Mariinsky Theaters und schaffte es tatsächlich, das zwischenzeitlich erodierende Ensemble zu einem weltweit bekannten Markennamen aufzubauen.
Gergiev blieb aber nicht nur in Russland tätig. 1993 präsentierte er sich erstmals am Royal Opera House Covent Garden in London mit "Eugen Onegin". Im selben Jahr feierte er an der Met seinen Einstand mit "Boris Godunov". 1994 gründete er ein klassisches Festival in Finnland, von Herbst 1996 an trat er auch als Leiter des Festivals der Rotterdamer Philharmonie in Erscheinung. Im selben Jahr engagierte er sich für die von ihm initiierten Festivals "Peace for the Caucasus" und das "Red Sea Festival" in Eilat. 1997 wurde er erster Gastdirigent der Metropolitan Opera in New York. 1998 rief er die von Alberto Vilar gesponserte Mariinsky Academy for Young Singers ins Leben. Er kooperierte regelmäßig mit internationalen Opernbühnen. Zu den spektakulären Dirigaten gehörte in diesem Zusammenhang seine Version von Wagners "Ring des Nibelungen", mit dem er in der Wintersaison 2003/04 am Festspielhaus von Baden-Baden gastierte. Valéry Gergiev ist seit Januar 2007 neuer Chefdirigent des London Symphony Orchestra.
Zu seinen zahlreichen Aufgaben als Leiter des Marientheaters, Hausdirigent der Metropolitan Opera, Chefdirigent der Rotterdamer Philharmoniker und Festivalgründer gesellen sich seit 1989 zahlreiche Aufnahmen für das Label Philips. Allein während des ersten Jahrzehnts entstanden über 40 CDs mit sehr umfassendem, aber auch betont russischem Repertoire. Zu den großen Entdeckungen, die aus dem von ihm geleiteten Marienensemble hervorgingen, gehört die Sängerin Anna Netrebko, der Gergiev 1994 zum ersten Mal eine Chance gegeben hatte, sich mit der Susanna in "Le Nozze di Figaro" zu bewähren und die seitdem zielstrebig die Popularitätsleiter hinaufsteigt.
Im Jahre 1841 wurde Otto Nicolai (1810 - 1849) als Kapellmeister an das Kärntnertortheater berufen. Gedrängt von führenden Persönlichkeiten aus dem Musikleben Wiens, dirigierte er am 28. März 1842 im Großen Redoutensaal ein "Großes Concert", das vom "Sämmtlichen Orchester-Personal des k.k. Hof-Operntheaters" veranstaltet wurde. Diese "Philharmonische Academie", so der ursprüngliche Titel, gilt mit Recht als die Geburtsstunde des Orchesters, weil erstmals alle Prinzipien der bis heute gültigen "Philharmonischen Idee" verwirklicht wurden:
nur ein im Orchester der Wiener Staatsoper (früher: Hofoper) engagierter Künstler kann Mitglied der Wiener Philharmoniker werden;
es besteht künstlerische, organisatorische und finanzielle Eigenverantwortlichkeit;
alle Entscheidungen werden von der Hauptversammlung der aktiven Mitglieder auf demokratische Weise getroffen;
die eigentliche Verwaltungsarbeit wird von einem demokratisch gewählten Ausschuss, dem zwölfköpfigen Komitee, durchgeführt.
Unter Hans Richter (1843 - 1916), dem Dirigenten der Bayreuther Uraufführung von Wagners "Ring des Nibelungen", gelang der endgültige Durchbruch als Orchester von Weltruf und unvergleichlicher Tradition.
Im Jahr 1900, bei der Pariser Weltausstellung, trat das Orchester erstmals im Ausland auf. Dirigent war damals Gustav Mahler.
Nach Kriegsende, unter den Ehrendirigenten Karl Böhm, Herbert von Karajan und Ehrenmitglied Leonard Bernstein, setzten die Wiener Philharmoniker zu neuen musikalischen Höhenflügen an. Mit Schallplatten- und Filmaufnahmen, Konzertreisen in alle Welt, der Teilnahme an den bedeutendsten Festivals entsprechen die Wiener Philharmoniker vollkommen den Anforderungen des heutigen, multimedialen "Musikbetriebs" und setzen doch individuelle Akzente, wie etwa mit dem Neujahrskonzert, oder ihrer dominierenden Rolle bei den Salzburger Festspielen.
Die Wiener Philharmoniker sind nicht bloß ein begehrter "Kulturexportartikel" Österreichs, sondern Botschafter des mit Musik untrennbar verbundenen Gedankens von Frieden, Humanität und Versöhnung. Für ihre künstlerischen Leistungen erhielten sie zahlreiche Preise, Schallplatten in Gold und Platin, nationale Auszeichnungen sowie die Ehrenmitgliedschaft vieler kultureller Institutionen.
In Wien geboren. Nach Abschluss ihres Studiums an der Ballettschule der Österreichischen Bundestheater wurde sie 1989 Mitglied des Wiener Staatsopernballetts, 2002 erfolgte ihre Ernennung zur Solotänzerin.Wichtige Rollen ihres Repertoires sind Lise in Frederick Ashtons „La Fille mal gardée“, Grete, Fanchon und Fräulein Cerrini in Renato Zanellas „Aschenbrödel“, Prinzessin Clara-Maria in Zanellas „Der Nußknacker“, Bauernpaar und Moyna in Elena Tschernischovas „Giselle“, Solo-Schatten in Vladimir Malakhovs „Die Bajadere“, Gefährtin des Prinzen und Ungarische Tänzerin in Rudolf Nurejews „Schwanensee“, Verzauberte Prinzessin, Fee der Lebensfreude, Fee der Bescheidenheit und Pas de quatre in Peter Wrights „Donröschen“, Clémence in Nurejews „Raymonda“, die Titelrolle in „Coppélia“ von Gyula Harangozó sen., Phebe in John Neumeiers „Wie es Euch gefällt“, Japanerin in Josef Hassreiters „Die Puppenfee“, Junges Mädchen in Michail Fokins „Le Spectre de la rose“, Müllerin in Leónide Massines „Der Dreispitz“, Hauptpartien in George Balanchines „Serenade“ und „La Valse“, Hans van Manens „Adagio Hammerklavier“, „Große Fuge“ und „Black Cake“, Jiøí Kyliáns „Petite Mort“ und in Zanellas „Empty Place“, „Symphony“ und „Alles Walzer“ sowie Balanchines „Tschaikowski-Pas de deux“. Zu ihren Rollenkreationen zählen Carlotta in Zanellas „Kadettenball“, Frühling in Zanellas „Aschenbrödel“, Italien in Zanellas „Der Nussknacker“, Herbst in Malakhovs „Verdi-Ballett: Ein Maskenball“ und Wiegenlied in Ivan Cavallaris „Tschaikowski Impressionen“.
